HEIKO: Ein ziemlich zäher längster halber Tag in Wiesbaden
11.8.2008 von hlentze.
Fast hätte ich gar nicht starten können, denn am Donnerstag war ich noch nicht mal in der Lage 800m durchzukraulen. Am Samstag hatte mich ein Trainingskollege vom Rad geholt, beim Tempo 30 leicht bergauf ist ihm die Kette abgeflogen, daraufhin abrupter Satz nach links und obwohl ich ca 1,5m Sicherheitsabstand hatte, hat er mein Vorderrad touchiert … da hat man dann leider keine Chance mehr (Springen war leider nicht mehr möglich) … rumms! Zu Glück war an der Stelle der Asphalt ziemlich glatt und ich bin gut über die Schulter abgerollt. Nur eine Schürfung am Arm und an der Schulter fast nix (ich bin schon bei wesentlich weniger Tempo wesentlich fieser aufgeschürft worden). Meine gute Schultermuskulatur hat fast alles gut abgefangen, allerdings war mein schöner Syntace Carbonlenker am Hörnchen gebrochen … Schnief! Die Schürfungen waren ziemlich schnell wieder zu, aber die Prellung war heftig. Am Donnerstag habe ich Schwimmen getestet. Resultat: Bei jedem Armzug ein stechender Schmerz in der linken Schulter … supi! Am Freitag und Samstag habe ich dann meinen Compex glühen lassen, so dass die Beweglichkeit halbwegs wieder hergestellt war. Der Sonntag begann Blutzuckertechnisch hervorragend … 112 30′ vor dem Start. Da ich mich nicht getraut habe damit 30′ zu plantschen, habe ich noch ein Gel direkt vor dem Start eingeworfen. Mit der weißen Badekappe kommt man sich allerdings wie der Volldepp vor. Was für eine trübe Brühe … null Sicht. Erwartungsgemäß war der Start stressfrei und die Schmerzen erträglich. Hin zur Wendemarke lag ich noch auf Platz 2 oder 3, aber bei der Brühe war es unmöglich die Füße vom Vordermann zu sehen. Auf dem Rückweg bin ich immer wieder in die vorher gestarteten Gruppen (Treibgutklasse & Brustschwimmer) reingerauscht … das nervt und bremst. Die 30′ waren nicht so prall, aber mit den Schmerzen in der Schulter OK. Da ich immer Probleme mit hohen Bz Werten beim Radfahren habe, trinke ich in der ersten Stunde eigentlich nur Wasser, kein Gel oder Riegel. Bei der ersten Verpflegung bei KM 30 habe ich nur einen halben Riegel genommen. Da ich nun wirklich kein Held beim Klettern bin, habe ich die ersten 2 Steigungen zurückhaltend gefahren, trotzdem etliche überholt … es lief eigenlich ganz gut. Bei der zweiten Verpflegung gab’s noch einen halben Riegel und ein Gel, aber die Pulswerte waren viel zu niedrig. Normal müsste ich die Strecke mit 145-155 durchfahren könnnen, jetzt lagen die Werte 10 - 15 Schläge niedriger. Bei KM 70 habe ich dann gemessen … so hoch, dass der Accu Chek getilt hat … na super … nochmal gemessen (kennt man ja, Gel an den Pfoten etc.) aber leider das gleiche Resultat. Komischerweise war das Körpergefühl gar nicht so schnell, kein Durst etc . Jetzt die große Frage: Wieviel spritzt man? Ich habe mich für 3 Einheiten entschieden. Die letzten 20km bin ich locker durchgerollt. Der Übergang auf’s Laufen ging wieder erwartend ziemlich gut. Das Ziel lag bei 4:45/km und genau die bin ich auch angegangen. Ich war doch etwas überrascht, dass dieser blöde Park immer nur leicht hoch ging … dafür konnte man von km 4 bis 7 schön rollen lassen. In der zweiten Runde habe ich dann einen halben Becher Cola genommen (irgendwas braucht der Magen zum arbeiten), sonst nur etwas Wassen (kein Gel etc.). In der letzten Runde habe ich dann ziemlich muskuläre Problemen bekommen … kurz vorm verkrampfen (überall in den Beinen) … ich vermute das kam von den hohen Bz Werten beim Radfahren, denn normalerweise habe ich damit nie Probleme. Die letzten 3km waren dann ein ziemliches Geeiere, um den Krämpfen auszuweichen und trotzdem noch zügig zu laufen. Dank an Rainer und Sascha an der Strecke. Ziel war eine Zeit unter 5:30, herausgekommen sind 5:42. Positiv war das Laufen, konstant durchgelaufen ohne größere Probleme. Im Ziel hatte ich einen Bz von 400 … dafür war das Ergebnis noch gut. Nach dem Duschen und Essen hatte ich im übrigen wieder ein Bz von 120 (nur 7 Einheiten gespritzt). FAZIT: Für die Rahmenbedingungen war nicht mehr drin. Ich habe allerdings keine Lösung (außer jede halbe Stunde messen) für die Scheiß Werte im Wettkampf. Ich werde beim nächster Gelegenheit versuchen vor dem Start noch 2-3 Einheiten Basal zu spritzen. Hauptproblem ist meine extreme Sensibilität morgens, ein BE schlägt da mit Faktor 4-5 durch, eine Einheit Insulin allerdings auch. Das kombiniert mit Hormonausschüttungen vor/im Wettkampf, die den BZ hochjagen, ist ein unheimlich schwieriger Mix. Aber “per aspera ad astra” … so schnell gebe ich nicht auf und bin auch schon für 2009 gemeldet.